Traurige Nachricht aus Ecuador – der Fortschritt ist nicht zu bremsen

Die Huaorani Ecolodge muss dem chinesischen Erdöl weichenEcuador Huaorani Apaika

Eine extrem traurige Neuigkeit hat uns diese Woche aus Ecuador erreicht: Die preisgekrönte Huaorani Ecolodge muss schließen. Bilder wie das der glücklichen Huaorani-Kinder werden nun bald der Vergangenheit angehören.

Die Ecolodge liegt (oder lag) am Rand des Yasuni-Nationalparks im Oriente, dem tropischen Tiefland Ecuadors und wurde von Ihren Betreibern geschickt in das Leben der Huaorani eingebunden, eines Stammes, der erst in den 1960er Jahren entdeckt wurde. Erst im Januar 2013 widmete National Geographic dem Nationalpark und den Huaorani einen umfangreichen und wunderschönen Artikel.

Ecuador Huaorani NenkepareIch hatte vor ein paar Jahren das Glück, diese rundum zufriedenen und lebensbejahenden MenschenEcuador Huaorani Gabriel an einem der abgelegensten Orte der Welt kennenzulernen. Ein einzigartiges Erlebnis, mit den Huaorani auf die Jagd zu gehen, Feste zu feiern – oder einfach abends am Lagerfeuer zu sitzen und sich spannende Geschichten und Legenden zu erzählen.

Nun wird alles anders. Ein Teil des Stammes hat mit der chinesischen Erdölfirma Sinopec verhandelt und das Territorium für die Prospektoren freigegeben – ohne die Betreiber der Lodge in die Gespräche einzubinden. Demnächst werden Explosionen die Umgebung der Lodge erschüttern – und die Organisatoren haben den Betrieb nun eingestellt. Fortschritt und Geld gehen vor, Natur und traditionelle Lebensweise haben in unserer modernen Welt kaum noch eine Chance. Die Gesellschaft der Huaorani ist nun tief gespalten in diejenigen, die sich  Ihre Traditionen bewahren möchten – und diejenigen, die sich schnellen Profit erhoffen – einen Profit, von dem am Ende für das Volk selbst kaum etwas übrigbleiben wird. Die Geschichte Lateinamerikas wiederholt sich wieder einmal auf traurige Weise.

Adiós amigos, les deseo todo lo mejor allá al otro lado del mundo, cuidense harto !

Robert Kraus