Die Ilha Grande – ein Paradies an der Costa VerdeK640_ilha grande karte

Ilha Grande BuchtIlha Grande (port. „große Insel“), das zu Angra dos Reis gehört, ist das »Eco-Paradies« in der Nähe von Rio de Janeiro. Die Insel erreicht man nach ca. 2 Stunden entlang der Costa Verde nach Mangaratiba oder Angra dos Reis. Von beiden Orten geht eine Fähre zum Hauptort der Insel, Vila do Abraão. Die Fähren brauchen bis zur 25 km entfernten Insel jeweils etwas über eine Stunde.

Die Ilha Grande ist Teil des Tamoios-Naturschutzgebietes und gliedert sich in den eigentlichen StaatspK640_ilha grande wasserfallark, den Marine-Staatspark und das biologische Reservat Praia do Sul. Etwas über ein Viertel der Inselfläche ist als Nationalpark, der zur Hälfte mit atlantischem Regenwald bedeckt ist, unter Schutz gestellt. Nicht nur die Flora der Insel bietet viel, sondern es erwartet den Besucher auch eine reichhaltige Fauna, z.B. Papageien, Brüllaffen, Wasserschildkröten und der Guyana-Delfin.
Die Insel mit der spannenden Geschichte bietet eine abwechslungsreiche Szenerie mit Meer (und 86 Stränden) und Bergen. Alle Arten von Wassersport und verschiedene Bergwanderungen bilden den Rahmen für ein paar aktive Urlaubstage. Sie übernachten in sehr persönlich geführten Pousadas (z. B. »Naturália«), die zweckmäßig, aber auch mit dem notwendigen Komfort für schöne Urlaubstage ausgestattet sind. Einen Besuchsbericht von Dieter Ruppert über die Ilha Grande finden Sie hier.

Ilha Grande Package

Mit dem RuppertBrasil Package kommen Sie bequem von Rio de Janeiro zur Ilha Grande und übernachten z.B. in der Pousada Naturália (andere Pousada können Sie selbstverständlich auf Anfrage auch buchen). Mit zwei Übernachtungen erhalten Sie einen bereits einen guten Eindruck, aber je nach Wunsch können Sie natürlich auch zusätzliche Übernachtungen buchen. Folgende Leistungen sind im Ilha Grande Package enthalten:

  • 2 Übernachtungen mit Frühstück
  • 1 Ausflug (Boot-Taxi zum Pouso Beach od. Schnorcheln Lagoa Azul)
  • Transfers ab/bis Rio Hotel oder Flughafen
Preise Ilha Grande Package mit Pousada Naturália
SaisonPackageZusatztag – ÜF
DZEZDZEZ

15.03.17 – 16.12.17
02.01.18 – 28.02.18
01.03.18 – 16.12.18
Aufpreis für Alleinreisende

350,-
405,-
370,-

530,-
626,-
555,-
135,-

52,-
75,-
55,-

92,-
132,-
96,-

Alle Preise pro Person in Euro. Preise zu Weihnachten, Neujahr, Karneval, Ostern und sonstigen Feiertagen auf Anfrage.

Von der Insel der Ausgestoßenen zum Ferieneiland

Kurzgeschichte der Ilha Grande

Ilha Grande Strand

Die Ilha Grande ist ein geschichtlich sehr interessanter Mikrokosmos, auch wenn man dies der Insel heute nicht mehr ansieht. Bereits früh gelangte die Gegend zu literarischer Bekanntheit, als der Landsknecht Hans Staden 1557 seine Chronik „Warhaftige Historie und Beschreibung einer Landschaft der Wilden, Nackten, Grimmigen Menschenfresser-Leute“ veröffentlichte. Dieser Hans Staden hatte sich bei den Portugiesen verdingt und geriet nach diversen Abenteuern als Kommandant eines kleinen Forts in die Gefangenschaft der Tupinamba-Indianer. Die spannende Geschichte bis zu seiner Befreiung durch einen französischen Kapitän kann man zusammengefasst im Kapitel „Hans Staden von Homberg unter kannibalischen Tupinambas“ im Werk „Wirkliche und wahrhaftige Robinsonaden“, Leipzig, 1868, erzählt von Dr. Richard Andree nachlesen, da dieses Werk als kostenfreies Google E-Book vorliegt.

Außer kriegerischen Indianern erfreute sich die Insel auch größter Beliebtheit bei Piraten, da sie über ausreichend Süßwasser und Früchte sowie das wertvolle Brasilholz verfügte und, was noch wichtiger war, nahe des Hafens Parati lag, von wo aus vor allem auch Gold nach Europa verschifft wurde. Die Folgen der andauernden Auseinandersetzungen der Portugiesen mit Piraten, anderen europäischen Nationen und Indianern kann man (zur Freude der Taucher) heute in den Buchten vor Angra dos Reis und Parati besichtigen, wo mehr als 50 Wracks liegen.

Im 18. Jahrhundert wurde die Insel dann zu einem der Hauptumschlagplätze des Sklavenhandels. Bis zum Ende der Sklaverei (1888) landeten Sklavenschiffe an den Stränden von Palmas und Dois Rios, von wo aus die Sklaven dann auf die Zuckerrohrplantagen und Fazendas weiter verkauft wurden.

Aber auch nach Ende der Sklaverei wurde der Ilha Grande keine angenehme Rolle zugebilligt, sondern es wurde eine Quarantänestation für europäische Einwanderer eingerichtet, um die Verbreitung der Cholera, die in einigen der europäischen Auswandererländer grassierte, zu vermeiden. Danach wurde die Insel erst zu einer geschlossenen Lepra-Kolonie erklärt und 1903 ereilte sie das Schicksal, zur brasilianischen Teufelsinsel zu werden, als in Dois Rios das Gefängnis „Colônia Penal Cândido Mendes“ errichtet wurde. Dort wurden bis zu 1000 Schwerstkriminelle unter schlechtesten und wohl nur als unmenschlich zu bezeichnenden Bedingungen untergebracht, was der Insel damals die Bezeichnung „Caldeirão do Diabo“ (Suppentopf des Teufels) einbrachte. Ab 1964 verbrachte die damalige Militärdiktatur auch politische Gefangene in dieses Gefängnis. 1993 wurde das Gefängnis aufgegeben und, um die Erinnerung zu tilgen gesprengt, wobei die Menge des Sprengstoffes nichts ausreichte, weswegen man heute die Ruinen (und ein kleines Museum) noch besichtigen kann.

Heutzutage profitiert der Besucher von dieser sehr speziellen Nutzung der Insel in der Vergangenheit, die den Boden für eine intakte Natur geschaffen hat. Im Hinblick darauf hat auch erstmals der Staat eine positive Aufgabe zur Ilha Grande vergeben, indem der Universität von Rio de Janeiro die Mittel zur Verfügung gestellt wurden, um 1998 ein Zentrum für Umweltstudien (Centro de Estudos Ambientais e Desenvolvimento Sustentável (CEADS)) zu errichten.