El Mirador: Straßennetz der Maya entdeckt

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Straßennetz der Maya in El Mirador entdeckt

Kein Rad, keine Lastentiere, aber ein Straßennetz ...

Es ist immer wieder unglaublich, was über die Maya, eine der Hochkulturen Mittelamerikas ans Tageslicht kommt. Sie kannten kein Rad, sie hatten keine Lasttiere – aber sie hatten ein ausgedehntes Straßennetz. Vor kurzem machten Forscher im Umkreis der Metropole El Mirador, in der Region Petén in Guatemala, nahe der Grenze zu Mexiko, eine umwerfende Entdeckung. Sie fanden 17 Straßen mit einer Gesamtlänge von 240 km, die es den Bewohnern, den Lastenträgern und Nachrichtenläufer vereinfachten, von A nach B zu kommen. Die Forscher hatten die gesamte Region mit Laserscannern erfasst und dabei neben den Straßen auch noch Pyramiden, Terrassen, Kanäle, Deiche und Mauern aufgezeichnet.

El Mirador – Großstadt der Antike

El Mirador war in seiner Blütezeit, etwa 300 Jahre vor unserer Zeitrechnung, die größte Stadt der westlichen Hemisphäre. Es sollen in der Region etwa eine Million Maya gelebt haben – mit ca. 200.000 Einwohnern in der Hauptstadt selbst. Hier findet sich auch die Pyramide La Danta, mit 72 Metern die höchste Mittelamerikas, höher als die Sonnenpyramide von Teotihuacan und massiver als die Cheops-Pyramide Ägyptens.

Neben der üblichen Landwirtschaft (Mais, Bohnen, Paprika, Tomaten, etc.) gab es anscheinend auch Ställe und Weiden, sprich die Maya verstanden sich auch auf Viehzucht. Noch eine überraschende Neuigkeit aus der komplexen Kultur Zentralamerikas.

Wie so viele andere Metropolen der Maya wurde auch El Mirador etwa 500 nach Christus verlassen. Und wie bei allen Hochkulturen Mesoamerikas: Die Ursache ist unbekannt. Stammesfehden, Verschwendungssucht, schlechte Ernten, Misswirtschaft und Überweidung, Korruption, Feinde von außen? Wie so oft vermutlich eine Kombination aus mehreren Faktoren. Wenn wir eines aus der Weltgeschichte gelernt haben, dann dass menschliche Hochkulturen nie über einen längeren Zeitraum stabil bleiben.

Noch ist die Region touristisch unerschlossen, nur nach zwei anstrengenden Trekkingtagen mit Maultieren auf schwierigen, sumpfigen Dschungelpfaden oder mit dem Hubschrauber erreicht man die einstige Metropole. Trotzdem: Grabräuber und Holzfäller dringen vor und die Zerstörung wird (wieder einmal) kaum aufzuhalten sein.

2018-12-09T04:39:24+00:00
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