Müssen Pinguine dem “Fortschritt” weichen?

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Pinguine contra Fortschritt

Die Folgen eines Minenprojektes

Magellan-Pinguine verlassen Seno-Otway

Seit Jahresende 2015 ist das Besucherzentrum der Pinguin-Kolonie am Seno Otway in der Nähe von Punta Arenas /Chile zwar wieder geöffnet, dennoch lohnt sich ein Besuch kaum noch. Von den ca. 20.000 Magellan-Pinguinen, die immer in den Sommermonaten in der Bucht brüteten, sind bis jetzt nur wenige Dutzend zurückgekehrt.

Die Vermutung liegt nahe, dass das Mega-Minenprojekt auf der gegenüberliegenden Isla Riesco mitverantwortlich ist, da dieses durch immer massivere Kohleausbeutung seit Jahren die Bucht mit belastetenden Abwässern kontaminiert. Über die letzten Jahre ging die Anzahl der Pinguine stetig zurück und jetzt hat sie einen traurigen Tiefpunkt erreicht. Das erhöhte Vorkommen von Schwermetallen im Wasser schränkt die Fortpflanzungsfähigkeit der Magellan-Pinguine ein, welche in der Otway Kolonie mit einem Durchschnitt von 2 Zöglingen pro Pärchen bis zur Eröffnung der Mine außergewöhnlich gut gewesen war.

Umfassende Studien, die bereits von einigen Jahren auf die Gefahr von negativen Auswirkungen auf die Umwelt hingewiesen haben, Proteste und Unterschriftsaktionen in ganz Chile, sogar Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen die Umweltauflagen konnten bislang wenig erwirken. Die Zusammenhänge zwischen der zunehmenden Verschmutzung der Bucht und der Abwesenheit der Pinguine ist allerdings nicht bewiesen. Die Zusammenhänge sind sehr komplex, weitere Faktoren könnten auch eine Rolle spielen (z.B. das Wetterphänomen “El Niño” oder die Erwärmung der Meere im Allgemeinen).

Der ewige Konflikt …

Die Situation in der Otway-Bucht ist sehr traurig und zeigt den starken Konflikt zwischen „Fortschritt, Entwicklung, Wachstum und Arbeitsplätzen“ und auf der anderen Seite „Naturschutz“. (Inzwischen sind nicht mehr nur die Magellan-Pinguine am Otway, sondern auch die Humboldt-Pinguine im Norden Chiles betroffen.)

Für Reisende allerdings gibt es interessante Alternativen ab Punta Arenas, so z.B. ein halbtägiger Bootsausflug morgens zur Magdalena Insel, wo sich rund 120.000 Magellan-Pinguine befinden. Eine weitere Option ab Punta Arenas ist ein langer Tagesausflug von ca. 14 Stunden zu den Königspinguinen in der Bahía Inutil bei Porvenir/Feuerland. Zudem gibt es von Nord nach Süd in ganz Chile zahlreiche Pinguinkolonien.
Hoffen wir, dass diese geschützt und den einheimischen und ausländischen Besuchern lange erhalten bleiben.

2018-11-12T17:51:44+00:00
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