Patagonien in allen Facetten entdecken

Eindrücke und Bewertung

Die Begleitung unserer Reisevorbereitungen durch Frau Prummer von R. Brasil und dem Team von Andesviva waren hervorragend, geduldig, hilfreich, umsichtig, verbessernd, bestätigend.

Die Betreuung in Chile durch Andesviva bei Anfragen mit kleinen Problemen war richtig toll. Rückmeldungen, dass man sich kümmert, kamen sofort.

Beiden Teams ganz herzlichen Dank für diese tolle Begleitung!

Pech: die Fluggesellschaft hatte unsere Buchungsnummer gesplittet, dadurch konnte ich nicht einchecken und auch am Flughafen durch Iberia nicht mehr eingecheckt werden:  „ sometimes we are overbooked, sometimes we have place. We give you a place for tomorrow“, so begann die Zeremonie am Flughafen.

Vorher hatte ich mich schon bei Frau Prummer gemeldet, um das Problem des Nichteincheckens mitzuteilen und um Rat zu bitten. Offensichtlich hatte Frau Prummer auch keine Möglichkeit, das Problem zu lösen. Der Adrenalinstau war gravierend, ich musste bis zuletzt warten, da ich auf eine Warteliste gesetzt wurde, in Madrid gab es ein ähnliches Problem. Ich kam mit, allerdings etwas stressig! Im Flug nach Santiago bekamen wir plötzlich ein kleines Upgrade… Por que? No lo sabemos.

Auto: die Übergabe in Puerto Montt war perfekt, das Auto in hervorragendem Zustand.

Etwas schwierig war es (für uns 😉), das mitgegebene Handy mit der Routenbeschreibung zu bedienen. Am besten funktionierte es in den Unterkünften. Die Idee allerdings, die Tagesrouten einzugeben ist super!

In den Orten selbst die Unterkünfte zu finden funktionierte mit der App in der Regel. Mit unserer Landkarte von Reise Know How, Patagonia & Tierra de Fuego und  GPS auf dem eigenen  Handy (auch ohne Internet) hatten wir gute Begleiter.

Unterkünfte: Die Unterkünfte hatten allesamt einen besonderen, eigenen Charme. Die Besitzer selbst oder das Personal sehr nett, sehr bemüht, sehr hilfsbereit und zuvorkommend.  Gleich, ob Hotel ( wie am Lago Yelcho), welches, obwohl wunderschöne Lage, dbzgl. einen kleinen Minuspunkt bekommt, der aber nicht ins Gewicht fällt, oder eine einfache authentische Unterkunft, wie in Puyuhuapi oder Estancia Serena, die sich äußerst bemüht haben.

Hier würde ich sogar empfehlen, die Unterkunft Los Manios del Queulat in Puyuhuapi ins Programm zu nehmen. Sie ist gleich einfach wie die Estancia, sehr sauber und das Ehepaar ist irrsinnig zuvorkommend und hilfsbereit sehr nett und fröhlich. Das war unglaublich!

Alle Häuser können wir gut weiter empfehlen.

Geld und Preise: Es empfiehlt sich Bargeld zu tauschen, in Chile in einem ‘Casa cambio‘, in Argentinien war es schwieriger, hier wurde in den Tankstellen gewechselt. Man braucht Bargeld, besonders wenn man in kleinen Geschäften einkaufen möchte. Dafür hat man dort tolle Erlebnisse und Eindrücke, wie das Leben vor Ort ist. Es werden nicht überall Kreditkarten akzeptiert, manchmal aber Debitkarten, manchmal auch nur Bargeld, selbst an Tankstellen. Aber alles ist gut und nur so bekommt man den Kontakt zu den Menschen.

Wenn man in den Unterkünften essen möchte, sofern das möglich ist, sind die Preise eher gehoben, d.h. sie sind höher als in vergleichbaren Restaurants. Das Essen aber immer gut.

In Tortel hat das Abendessen, es war sehr gut, ohne Getränke 35€ gekostet, für Chile sehr teuer. Man muss sich die Preise dort leisten.

Argentinien ist deutlich teurer als Chile. In der Estancia la Serena war das Frühstück sehr sehr einfach, für 1 ½  Abendessen, bestehend aus einer Flasche Wein, 1 Bier und gebackenem Hühnerschenkel mit

Beilage und einer Kleinigkeit am Vorabend haben wir über 120€ bezahlt. Das Essen war sehr gut.

Im Tres Lagos in Lago Posadas, einer wunderschönen Unterkunft, war es noch etwas üppiger:

Für 1 Flasche Wein, ½ eingeschenktes Bier, Wasser, 2 Lachsbrote als Vorspeise, 2Lassagne (nicht groß) und 1 Nachspeise haben wir 156€ bezahlt, Uff! Lago Posadas lohnt sich absolut, wenn man Landschaft erleben möchte, unglaublich! Es soll nur als Info dienen.

Reiseverlauf: Der ausgearbeitete Reiseverlauf war (fast) perfekt.

Alle Grenzübergänge unproblematisch, durchaus nette Mitarbeiter.

Die Straßen sehr unterschiedlich, mal kann man auch auf einer Schotterstraße 70 km/h fahren und mal auf einer Teerstraße aufgrund von Schlaglöchern nur 40 km/h.

Vogelwilde Straßen sind im Nationalpark Patagonia, südlich vom Lago Carrera General und zum Lago Posadas. Dafür eine gigantische Landschaft!

Hinweise:

Puerto Varras: sehr schön, zu empfehlen eine Fahrt auf den Osorno, was wir zu spät erfahren haben.

Eine einfache Boostfahrt ist auch herrlich.

Chiloe ist ein Aufenthalt wert! Die spannenden Straßen und wunderschönen kleinen Dörfchen mit ihren Kirchen. Eine Wanderung im Nationalpark lohnt sich absolut!

Spannend in Hornopiren ist der Hauptplatz mit den vielen Kiosks, wo man gutes, preiswertes, einheimisches Essen bekommt. Kleine schöne Wanderungen sind dort möglich.

Wanderungen zum Vulcano Chaiten, den Ventesquiero Lago Yelcho und V. Queulat lohnen sich absolut ( für Vent. Queulat rechtzeitig Eintrittstickets bestellen, am Wochenende schnell belegt)

Das Hotel am Lago Yelcho hat eine tolle Lage, man kann gut im See schwimmen.

Puyuhuapi ein wunderschöner bunter Ort, wo man selbst gebackenes Brot durch einen Hinweiszettel am Zaun bekommen kann, schöne authentische Lokale, nicht überteuert.

Allerdings: Die Thermen in Hornopiren und Puyuhuapi sind mehr als überteuert, sich aber eine zu gönnen und zu erleben, finde ich, lohnt sich, wenn man Wasser liebt. In Puyuhuapi, da man von den Thermen direkt ins Meer kann, ist es noch gewaltiger! Pro Person 35€ für 2 Stunden.

Puerto Tranquilo: das EL Puesto hat eine eigene Agentur für Freizeitaktivitäten mit sehr netten Guides, die sich auch um Informationen bemühen. Wir haben die Gletschertour und eine kleine botanische Exkursion gemacht und waren sehr zufrieden.  Marmorhöhlen: zu empfehlen sind die sog. Full-Tours, also die längeren Touren, man sieht und erfährt um ein Vielfaches mehr, für unwesentlich mehr Geld. Es macht wirklich Sinn, die früheren Touren zu buchen.

Tortel: hier haben wir einen Fehler gemacht. Obwohl ein interessanter Ort, braucht man für Tortel keinen ganzen Tag, da genügen 2 Stunden und 1 Nacht. Die Unterkunft war sehr nett, auch die Wirtin. Aufgrund der Situation: Tortel ist ein Vorzeigeobjekt der Regierung und wird finanziert, ist eine Service-Moral fast nicht vorhanden.  Kein offenes Kaffee, Restaurants mit unglaublichen Öffnungszeiten….. Man erzählte uns, die Leute von Tortel seien die faulsten Leute, da sie alles bezahlt bekämen. Es ist nicht ratsam, an einem Tag von Tortel nach Villa O’Higgins und zurück zu fahren. Das Risiko, mit der Fähre nicht mit zu kommen, sei sehr groß.

Besser als 2 Nächte und ein Tag wäre es, 1 Nacht, 1-2 Stunden den Ort erlaufen und weiter nach Villa O’higgins, dort übernachten und dann zurück nach Cochrane, eine lebendige, fröhliche, junge Stadt und sehr hilfsbereite Menschen. Ein platter Reifen wurde innerhalb einer Stunde abends um halb acht gerichtet und vulkanisiert für 22€. Empfehlenswert eine kleine Bootsfahrt mit Spaziergang im Park Tamango auf dem Rio Cochrane, 30€, sehr schöne Landschaft und nach langer Fahrt zum Entspannen. Das nette Ehepaar vom El Paraiso gibt die Informationen.

Ein Abstecher in Nationalpark Patagonia, Richtung Paso Roballo lohnt sich absolut. Geschichtlich und ökologisch interessant ist die Anke und Jürgen Friedrichstiftung.

Argentinien: die Fahrt von Cochrane zurück zum Lago Carrera General zur Est. La Serena ist gigantisch, landschaftlich, von den Orten und auf vogelwilden Straßen.

Der Vorschlag von Frau Prummer, 2 Nächte in der Estancia la Serena war goldrichtig.

Wir haben die Wanderung zu den Cuevas de los Manos gemacht und haben sie nicht vom Parkplatz aus besucht. Wanderung und Besuch der Cuevas sind ein Muss und brauchen Zeit.

Lago Posadas ist eine landschaftliche Sensation, vor Allem die Farbigkeit der Felsen und die Teilung des Sees durch eine Moräne. Es lohnt sich wirklich, diese Zeit einzuplanen.

Estancia la Angostura, sehr interessant und schön gemacht. Man erhält dort Informationen zur Besiedelung durch europäische Einwanderer.

El Chalten: wir hatten Wetterpech, Regensturm, nix mit Fitz Roy, ☹

El Calafate: 2 volle Tage sind fast zuviel, ein Tag davon zusätzlich in El Chalten wäre vielleicht grundsätzlich besser gewesen.

Torres del Paine: 2 volle Tage sind ok, 1 Tag mehr wäre auch nicht schlecht, man kann sehr schöne kleine und größere Wanderungen unternehmen. Sehr sehr nette Unterkunft.

Cueva Milodon: man sollte sich wenigstes eine Stunde zeit nehmen. Wir hatten zu wenig Zeit.

Punta Arenas und Stella Australis: Punta Arenas ist eine imposante alte Hafenstadt. Das Museum gibt nochmals interessante Eindrücke zur Geschichte des Landes, über die Besiedelung, die Biologie und die Geologie.

Die Schiffstour ein absolutes Highlight, das uns nochmals begeistert hat. Die gesamte Crew äußerst nett, die jungen Guides engagiert, interessiert am eigenen Land, um alles in netter Form zu vermitteln. Gut geführte Ausflüge, interessante Vorträge und Filme. Wir hatten das Glück, Kap Horn anlanden zu können.

Ich habe sicher das eine oder andere Positive vergessen zu erwähnen.

Negatives – bis auf die genannten Winzigkeiten- gab es nicht. Es hat wirklich alles gepasst!

Vielen Dank Frau Prummer, vielen Dank Andesviva!