Pantanal - Übersicht über ein Naturparadies
Eines der inzwischen beliebtesten Reiseziele in Brasilien ist das Pantanal. Dies ist auch nicht verwunderlich, wenn man sich vergegenwärtigt, welch eindrucksvolle Naturerlebnisse einen erwarten.
Stellen Sie sich eine Landschaft vor, die sich in der Regenzeit in ein riesiges Binnenmeer verwandelt, in dem Jaguare lautlos durch das hohe Gras schleichen, Kaimane regungslos am Ufer lauern und hunderte Vogelarten den Himmel bunt färben. Willkommen im Pantanal – dem größten tropischen Feuchtgebiet der Welt und einem der artenreichsten Ökosysteme unseres Planeten.
Allgemeines
Mit einer Fläche von über 200.000 km², die sich über Brasilien, Bolivien und Paraguay erstreckt, ist das Pantanal etwa halb so groß wie Deutschland. Es wurde von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt und gilt als eines der besten Reiseziele für Tierbeobachtungen in ganz Südamerika. Die Magie des Pantanals liegt in seinem einzigartigen Wasserzyklus: Während der Regenzeit (etwa von November bis März) steigen die Wasserstände der Flüsse wie dem Rio Paraguay und Rio Cuiabá stark an und überfluten weite Teile der Ebene. Diese saisonale Überschwemmung verwandelt das Gebiet in ein riesiges Mosaik aus Lagunen, Sümpfen und Inseln – ein Paradies für Flora und Fauna.
In der Trockenzeit (Mai bis Oktober) ziehen sich die Tiere an Flüsse und Seen zurück, und genau dann sind die Chancen auf spektakuläre Sichtungen besonders groß. Deshalb ist die Trockenzeit auch unzweifelhaft die beste Reisezeit für das Pantanal!
Tierbeobachtungen im Pantanal – Safari auf südamerikanisch
Was das Pantanal besonders macht, ist die unglaubliche Dichte und Vielfalt an Wildtieren, die sich hier – anders als im Amazonas – oft ganz offen zeigen. Die Region ist einer der besten Orte weltweit, um Jaguare in freier Wildbahn zu beobachten. Vor allem entlang des Rio Cuiabá kann man in der Trockenzeit fast sicher diese majestätischen Raubkatzen beim Jagen oder Ruhen am Flussufer sehen.
Auch Riesenameisenbären, Tapire, Capybaras und Brüllaffen gehören zu den typischen Bewohnern. In den Gewässern tummeln sich Kaimane, Riesenotter und sogar Süßwasserdelfine. Für Vogelliebhaber ist das Pantanal ein wahres Paradies: Über 650 Vogelarten wurden hier gezählt – darunter der farbenprächtige Hyazinth-Ara, der elegante Jabiru-Storch und der auffällige Tukan.
Doch wer ins Pantanal reist, steht vor noch einer wichtigen Frage: Nord oder Süd?
Der Norden – das Paradies für Jaguar-Safaris
Das Nord-Pantanal liegt im Bundesstaat Mato Grosso. Ausgangspunkt aller Touren ist die Stadt Cuiabá, von wo aus die berühmte Transpantaneira ins Herz der Wildnis führt. Diese staubige Schotterstraße mit über hundert Holzbrücken ist mehr als nur eine Verbindung – sie ist ein Erlebnis für sich. Schon unterwegs begegnet man einer beeindruckenden Vielfalt an Tieren: Kaimane sonnen sich am Wegesrand, Riesenstörche (Jabirus) stolzieren durch die Sümpfe, und Tukane huschen über die Straße.
Bekannt ist der Norden vor allem als beste Region für Jaguar-Sichtungen. Besonders rund um Porto Jofre und entlang des Rio Cuiabá stehen die Chancen außergewöhnlich gut, den König des Pantanals zu sehen. Boote fahren hier die Flüsse entlang, und nicht selten entdeckt man Jaguare am Ufer oder schwimmend im Wasser. Diese Erlebnisse sind einzigartig und machen den Norden zum Traumziel für Fotografen und Abenteurer.
Die Unterkünfte im Nord-Pantanal sind meist kleinere Öko-Lodges, die mitten in der Natur liegen. Beispiele sind die Araras Eco Lodge oder die UeSo Pantanal Lodge. Wer noch tiefer eintauchen möchte, begibt sich auf eine mehrtägige Pantanal Jaguar Kreuzfahrt und erkundet die Flüsse direkt vom Wasser aus – wohl der beste Weg, Fauna und Flora zu entdecken und zu erleben.
Der Süden
Das Süd-Pantanal liegt im Bundesstaat Mato Grosso do Sul und ist über die Stadt Campo Grande zugänglich. Hier ist die Infrastruktur etwas besser ausgebaut, die Entfernungen zwischen den Lodges kürzer und die Straßen leichter befahrbar.
Die Landschaft ist offener als im Norden: riesige Graslandschaften wechseln sich mit Lagunen und Galeriewäldern ab. Auch hier leben Jaguare (wobei sich deren Sichtung im Süden z.B. bei der Caiman Lodge recht kostspielig gestaltet), Tapire, Ameisenbären und eine enorme Vielfalt an Vögeln.
Die Pousada Aguapé ist ein gutes Beispiel: eine familiäre Lodge mit nur wenigen Zimmern, in der man morgens mit Vogelgesang aufwacht und tagsüber zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Boot auf Entdeckungstour geht. Noch exklusiver präsentiert sich die Caiman Lodge. Sie liegt inmitten eines privaten Schutzgebietes von über 50.000 Hektar – hier verbindet sich luxuriöses Wohnen mit aktivem Naturschutz.
Ein Vorteil des Südens ist die Nähe zu Bonito. Diese Region ist bekannt für ihre glasklaren Flüsse, in denen man schnorcheln kann, sowie für spektakuläre Höhlen und Wasserfälle. Wer die Wildnis des Pantanals mit den Naturwundern von Bonito kombinieren möchte, findet in der Pantanal & Bonito Reise das perfekte Paket. (Etwas kleiner findet man das allerdings auch im Norden in der Chapada dos Guimaraes.)
Zwei Wege, ein Traumziel
Ob man sich für den abenteuerlichen Norden mit seinen Jaguar-Safaris oder den Süden mit seiner besseren Anbindung entscheidet – eine Reise ins Pantanal ist immer ein unvergessliches Erlebnis. Die Entscheidung, wohin man reist. Hängt auch von den restlichen Reise ab, da in Rundreisen der Norden flugtechnisch oft beser einzubinden ist. Wer die Möglichkeit hat, beide Seiten kennenzulernen, wird feststellen: Das Pantanal zeigt zwei verschiedene Gesichter, doch beide erzählen dieselbe Geschichte – die von einer der letzten großen Wildnisse dieser Erde.
Ein Blick über die Grenzen – die Iberá-Sümpfe in Argentinien
Das Pantanal ist einzigartig, doch nicht allein: Auch die Esteros del Iberá im Nordosten Argentiniens sind ein gewaltiges Feuchtgebiet, das Naturfreunde begeistert. Die Landschaft ist ähnlich, doch Iberá ist kleiner, ruhiger und weniger touristisch. Tierbeobachtungen – insbesondere von Vögeln – sind hier ebenfalls hervorragend möglich. Allerdings ist das Pantanal unangefochten, wenn es um die Beobachtung von Großtieren wie Jaguaren geht.