Info Argentinien Patagonien und Feuerland

/, Zone Blau/Info Argentinien Patagonien und Feuerland
  • Info Argentinien Patagonien
  • Info Argentinien Patagonien

Info Argentinien Patagonien und Feuerland

Patagonien und Feuerland geographisch einzuordnen ist relativ schwierig, denn eine genau festgelegte Abgrenzung gibt es nicht. Klar ist, dass die Flüsse Río Bío Bío in Chile und Río Colorado in Argentinien die nördliche Grenze Patagoniens bilden. Umstritten ist jedoch dessen südliche Grenze. Einige zählen die Inselgruppe Feuerland noch dazu, für andere endet Patagonien an der im Jahre 1520 von Fernando de Magellanes entdeckten Magellanstraße, die das Festland von Feuerland trennt. Wir selbst betrachten Feuerland als Teil Patagoniens. Übrigens: Die passenden Reisen in diese Gebiete finden Sie in unserer Übersicht.

Allgemeine Info Argentinien Patagonien und Feuerland

Geographie und Landschaft

Patagonien und Feuerland geographisch einzuordnen ist relativ schwierig, denn eine genau festgelegte Abgrenzung gibt es nicht. Klar ist, dass die Flüsse Río Bío Bío in Chile und Río Colorado in Argentinien die nördliche Grenze Patagoniens bilden. Umstritten ist jedoch dessen südliche Grenze. Einige zählen die Inselgruppe Feuerland noch dazu, für andere endet Patagonien an der im Jahre 1520 von Fernando de Magellanes entdeckten Magellanstraße, die das Festland von Feuerland trennt. Wir selbst betrachten Feuerland als Teil Patagoniens.
Das südlichste Gebiet Südamerikas wird durch die Anden in zwei Bereiche geteilt: Westpatagonien, das überwiegend zu Chile gehört, und Ostpatagonien, das größtenteils Argentinien zugeordnet werden kann. In diesem Abschnitt wird sich vor allem der argentinischen Seite Patagoniens und Feuerlands gewidmet. Informationen über den chilenischen Teil gibt es im Infoteil Chile.

Das argentinische Patagonien wird im Westen durch die Andenkordillere vom chilenischen Teil Patagoniens abgegrenzt und im Osten durch eine 400 Kilometer lange Steilküste vom Atlantik getrennt. Dazwischen liegt das patagonische Tafelland, eine breite Trockenzone, deren Grassteppen 9,5 Millionen Schafe beherbergt – fast das Fünffache der Einwohnerzahl!
Aufgeteilt wird der argentinische Teil Patagoniens in die fünf Provinzen Neuquén, Chubut, Río Negro, Santa Cruz und Tierra del Fuego. Die argentinische Seite Feuerlands gehört dabei zur Provinz Tierra del Fuego.

Neuquén

Neuquén ist die kleinste Provinz Patagoniens, beherbergt jedoch einige der schönsten Nationalparks Argentiniens, wie zum Beispiel den faszinierenden Nationalpark Lanín. In diesem befinden sich der kristallklare See Huechulafquén und der 3776 Meter hohe Vulkan Lanín, der oft als schönster Berg der Welt bezeichnet wird. Er ist sogar im Wappen und der Flagge der Provinz abgebildet. Der Nationalpark Lanín ist mit seiner spektakulären Landschaft, den berühmten Araukarienwäldern und den tosenden Wasserfällen ein perfektes Ziel zum Wandern, Mountainbiken und Reiten. Einer der besten Ausgangspunkte für den Park ist das Örtchen San Martín de los Andes, dessen reizvolles Stadtbild an Orte in den Alpen erinnert. Besuchenswert ist auch die Siedlung Copahue, die vor allem für ihre heißen Quellen bekannt ist. Für Reisende, die sich für Archäologie interessieren, ist Neuquén auch deshalb zu empfehlen, weil in der Provinz mehrere bedeutende paläontologische Funde ausgegraben wurden. Sie lassen darauf schließen, dass hier vor Millionen von Jahren die größten Dinosaurier der Welt lebten. Im Centro Paleontológico Lago Barreales dürfen Besucher Fossilien aus dem Fels klopfen, im Labor präparieren und sogar Replikate in Harz gießen.

Río Negro

In der Provinz Río Negro befindet sich die Großstadt San Carlos de Bariloche, eines der wichtigsten Skizentren in den Anden und der beste Ausgangspunkt für einen Besuch des Nationalparks Nahuel-Huapi. Bei diesem handelt es sich um einen der größten und beliebtesten Nationalparks in ganz Argentinien. Den Besucher erwartet mit schneebedeckten Andengipfeln, die sich im blauen Gletscherwasser des Lago Nahuel-Huapi spiegeln, eine absolute Bilderbuchlandschaft. Höchster Gipfel ist der Cerro Tronador, ein erloschener Schichtvulkan, mit 3478 m Höhe. Einer der bedeutendsten Badeorte Argentiniens ist das Örtchen La Gruta an der Atlantikküste. Hier bietet sich dem Besucher mit den zerklüfteten Steilküsten und den durch Wasserkraft entstandenen Höhlen ein außergewöhnliches Landschaftsbild.

Chubut

In der Provinz Chubut erwartet Sie ein ganz besonderes Highlight: Die Peninsula Valdés, eine Halbinsel im Atlantik. An ihren Ufern und vor der Küste tummeln sich ganze Scharen von Seelöwen, See-Elefanten, Walen und Delfinen. Auch Kolonien, des Magellanpinguins lassen sich hier ideal beobachten. Vor allem im September und Oktober ist Valdés ein absolutes Muss, denn dann treffen sich die See-Elefanten zur Paarung. Auch an Land herrscht großer Tierreichtum, dort lassen sich beispielsweise Guanacos, Nandus und Gürteltiere bewundern. Ein faszinierendes Tierparadies, das 1999 von der UNESCO auf die Welterbeliste gesetzt wurde. Valdés ist leicht von der Stadt Puerto Madryn, einem Eldorado für Taucher, zu erreichen. Dort befindet sich auch das Ecocentro Mar Patagonia, das die Ökologie des Meeres vorstellt.
Ein Geheimtipp ist der Geoparque Paleontológico Bryn Gwyn. In diesem Schutzgebiet in der Nähe von Trelew führt ein Lehrpfad entlang an hohen Sandsteinfelsen und vermittelt so die letzten 40 Mio. Jahre patagonischer Erdgeschichte wie an einem aufgeschlagenen Bilderbuch. Wer vor allem wegen der Pinguine nach Patagionen reist, sollte unbedingt Punta Tombo besuchen. Hier befindet sich die weltweit größte Brutstätte der Magellanpinguine.

Santa Cruz

Die zweitgrößte Provinz Argentiniens ist gleichzeitig auch die am dünnsten besiedelte. Das Landesinnere ist geradezu menschenleer. Doch trotzdem oder eher gerade deshalb ist eine Reise nach Santa Cruz absolut lohnenswert. Der Nationalpark Los Glaciares ist mit seinen atemberaubenden Naturschönheiten wohl der Nationalpark im argentinischen Teil Patagoniens. Er wurde 1981 von der UNESCO auf die Weltnaturerbeliste gesetzt und schützt ein Gebiet in dem sich die (abgesehen von den Polregionen) größte zusammenhängende Eismasse der Erde befindet.

Der wohl spektakulärste Gletscher ist der Perito Moreno. Es bietet sich ein atemberaubendes Schauspiel, wenn von ihm mit lautem Krachen riesige Eisstücke abbrechen und ins Wasser stürzen. Durch den ständigen Gletschervorstoß, der früher fälschlicherweise als Wachstum interpretiert wurde, schnüren die Eismassen alle paar Jahre den Brazo Rico, einen Teil des Lago Argentino, vom Hauptsee ab. Dadurch steigt der Wasserstand im Brazo Rico, bis die vom Gletscher gebildete Staumauer dem Druck nicht mehr standhalten kann und explodiert. Fernsehteams und Wissenschafter, aber auch Touristen aus aller Welt reisen extra für dieses Naturspektakel, das auf spanisch „La Ruptura“ genannt wird, an. Ihnen bietet sich ein faszinierendes, aber auch gefährliches Schauspiel: Riesige Eisbrocken werden hunderte Meter weit durch die Luft geschleudert.
Der berühmte Gletscher ist übrigens nach dem Entdecker Francisco Pascasio „Perito“ Moreno benannt, der sich im Jahre 1876 auf einer Patagonien Reise befand. Kurios daran ist, dass dieser den Gletscher selbst nie zu Gesicht bekommen hat, da er wenige hundert Meter vorher kehrt machte.

Der Cerro Fitz Roy ist zwar einer der niedrigeren Berge Argentiniens, aber dennoch ein Traumziel aller Bergsteiger. Schon von weitem sieht man seine spitzigen Zacken aus der Ebene aufragen – ein atemberaubendes Landschaftsbild!
Ebenfalls spektakulär sind der Berg Cerro Torre mit seinen aufragenden, glatten Granitwänden und der Upsala-Gletscher, mit einer Fläche von 595 km2 der größte Einzelgletscher. Gute Ausgangspunkte für Ausflüge in den Nationalpark sind die Orte El Chaltén und El Calafate.

Tierra del Fuego

Zur Provinz Tierra del Fuego gehören einige von Argentinien beanspruchte Inseln des Südatlantiks (zum Beispiel die Falklandinseln – Islas Malvinas), das argentinische Antarktisterritorium sowie der argentinische Teil der Inselgruppe Feuerland. Dieses Archipel ist der südlichste Punkt der Erde, der nicht von ewigem Eis bedeckt ist.
Das touristische Zentrum bildet die Stadt Ushuaia, die südlichste Großstadt der Welt (das noch weiter südliche, chilenische Örtchen Puerto Williams ist eigentlich nur ein Militärstützpunkt). Vor der Stadt mit ihren bunt gestrichenen Häusern liegt das eisblaue Meer, dahinter steigen steil die weißen, schneebedeckten Berggipfel an. 18 Kilometer entfernt, an der Grenze zu Chile befindet der Nationalpark Tierra del Fuego mit seiner atemberaubenden Landschaft. Schroffe Klippen, riesige Gletscher und tiefer, undurchdringlicher Regenwald ziehen die Besucher in ihren Bann. Mit etwas Glück kann man hier auch Guanacos und Seelöwen beobachten.

Bevölkerung

Mit einer Fläche von circa 1.000.000 km ist Patagonien beinahe so groß wie ganz Europa. Dennoch verfügt es mit knapp drei Millionen Bewohnern über weniger Einwohner als Berlin (mit, 3,5 Millionen). Dabei leben ungefähr eine Millionen Menschen auf der chilenischen Seite Patagoniens. Die mittlere Bevölkerungsdichte dort liegt bei ungefähr einem Einwohner pro Quadratkilometer. Eine fast menschenleere Gegend! Ideale Bedingungen also für unberührte Natur und außergewöhnlich hohen Tierreichtum.

Der Name Patagonien

Ebenso umstritten wie die Abgrenzung Patagoniens ist die Herkunft und die Entstehung seines Namens. Eine Theorie lieferte der Bordschreiber Antonio Pigafetta, der im Jahre 1519 zusammen mit dem portugiesischen Kapitän Magellan aufbrach, um einen westlichen Seeweg zum Indischen Ozean zu suchen. In seinem Tagebuch berichtete Pigafetta:

„Eines Tages […] erblickten wir zu unserem Erstaunen an der Küste einen Mann von Riesengröße […] Dieser Mann war so groß, dass ihm der Kopf des Größten von uns nur bis zur Taille reichte. Ein zweiter Riese war noch größer und schöner gewachsen, tanzte und sprang mit solcher Heftigkeit, dass seine Füße mehrere Zoll tiefe Eindrücke im Sand hinterließen […] Unser Kapitän gab diesem Volk wegen seiner großen Füße den Namen Patagonier.“

Damit lehnte er sich an den spanischen Begriff „Patagon“ an, der übersetzt so viel wie großfüßig bedeutet. Die Indianer, die Magellan beobachtete, gehörten wohl dem Tehuelche Stamm an. Doch ob der Name Patagoniens tatsächlich aufgrund ihrer großen Füße zustande kam, ist unklar. Eine andere Theorie besagt, dass die Tehuelche-Indianer Magellan an den Riesen Pathagón erinnerten, einer fiktiven Gestalt aus einer Sammlung von Rittergeschichten, die zu dieser Zeit bekannt waren.

Der Name Feuerland

Der Name Feuerlands ist ebenfalls auf Magellan zurückzuführen. Auch davon erzählte Antonio Pigafetta in seinen Berichten. Als Magellan im November 1520 mit seiner Mannschaft in die später nach ihm benannte Magellanstraße einfuhr, schickte er einige seiner Männer zur Küste, um die kalte und raue Gegend zu untersuchen. Doch außer einer Grabstätte mit 200 menschlichen Sekten und einer großen Menge von totem Fisch konnten die Matrosen nichts entdecken. Weiter im Süden der Meerenge hingegen erblickten die Weltreisenden in der Nacht viele Feuer, die Magellan dazu veranlassten, dem Land den Namen „Tierra de los Fuegos“ (Land der Feuer) zu geben. Betreten hat Magellan Feuerland jedoch nie. Auch um diesen Namen hat es immer wieder Streit gegeben. So heißt es in anderen Berichten, Magellan habe im Süden der Meerenge nur Rauch gesehen und das Land deshalb „Tierra del Humo”, Land des Rauchs, genannt. Erst später habe sein Auftraggeber Karl V. erklärt, es gebe keinen Rauch ohne Feuer, und den Namen geändert.

Beste Reisezeit für (argentinische) Patagonien und Feuerland Reisen

Der argentinische Teil Patagoniens und Feuerlands befindet sich im Regenschatten der Anden und ist deshalb ein relativ trockenes Gebiet. Die Temperaturen sind ozeanisch und kühl-gemäßigt und liegen im argentinischen Winter (unserem Sommer) oft bei -15°C. Im Sommer schwanken sie zwischen 8°C und 20°C und es können sogar Spitzenwerte von bis zu 30°C erreicht werden. Die beste Zeit für eine Pagatonien und Feuerland Reise ist deshalb der kurze Sommer von Dezember bis Februar, aber auch im November und März sind Patagonien und Feuerland noch eine Reise wert.

Tipps für Patagonien und Feuerland Reisen

Patagonien und Feuerland ist gigantisch groß. Allein von der nördlichen Grenze Patagoniens bis zur Magellanstraße legt man eine Strecke von gut 2000 km zurück. Eine endlose Weite, die sich europäische Reisende kaum vorstellen können. Sie sollten deshalb unbedingt ausreichend Zeit für ihre Patagonien und Feuerland Reise einplanen. Da Sie ein immerwährender, starker Wind begleiten wird, ist zudem warme Kleidung unerlässlich.

Tipps für Mietwagen Reisen durch Patagonien und Feuerland

Durch Patagonien und Feuerland ziehen sich zwei große Straßen. Die Ruta Cuarenta in Argentinien und die Carretera Austral in Chile.
Die Ruta Nacional Cuarenta in Argentinien ist mit über 5.000 km die längste Nationalstraße Argentiniens und gleichzeitig eine der längsten Fernstraßen der Welt. Neben der Panamericana ist sie die bekannteste Fernstraße auf dem südamerikanischen Kontinent. Sie durchquert den gesamten Westen Argentiniens von Süden nach Norden und führt Sie durch die verschiedensten Vegetations- und Landschaftsformen. 2400 Kilometer davon führen durch Patagonien. Ihren Schrecken als „endlose Schotterpiste“ hat die Ruta Cuarenta Sur mittlerweile verloren, da in diesem Abschnitt bereits große Teile asphaltiert sind. Dennoch ist sie trotz mehrerer Verbesserungen in den letzten Jahrzehnten auf einigen Streckenabschnitten nur mit geländetauglichen Fahrzeugen befahrbar, worauf Sie bei Ihrer Patagonien Reise achten sollten.

2018-12-08T04:18:19+00:00
Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen mehr Benutzerfreundlichkeit bieten zu können.
Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren
OK